Dies ist die Heimat der Java User Group Nürnberg.


Dienstag, 17. Februar 2009

JUG: Swing Application Framework, BeansBinding und JPA

Hallo zusammen,

am Donnerstag, 12. Februar 2009 fand wieder ein Treffen der Java User Group Erlangen-Nürnberg statt. Diesmal war die ING DiBa so nett, sich als Gastgeber zur Verfügung zu stellen. Mit ca. 40 Zuhörern war der Vortrag von Aljoscha Rittner vom NetBeans DreamTeam gut besucht. Eigentlich wollten wir "nur" den GUI-Builder v
on NetBeans sehen, aber Aljoscha war so nett das in Java 7 kommende Swing Application Framework, die Möglichkeiten des Bean Bindung (auch unter Verwendung von JPA) vorzustellen.


Hier sind die drei Foliensätze:

Und hier geht es zu Aljoschas eigenem Blog-Eintrag zur JUG.

Vielen Dank an unsere Gastgeber und den Vortragenden

Montag, 9. Februar 2009

Computerspiele - Die Klassiker

"Spiel ist eine freiwillige Handlung oder Beschäftigung, die [...] nach freiwillig angenommen, aber unbedingt bindenden Regeln verrichtet wird, ihr Ziel in sich selbst hat [...]."

Diese Definition vom Spiel hat der niederländische Kulturanthropologe Johan Huinzinga aufgestellt.

 

Der letzte Leserbrief zu dem Computerspiel-Klassiker "To Be On Top" von Chris Hülsbeck [2] hat mich dazu angeregt, über die spielerischen Erlebnisse mit Computern zu reflektieren. Gerade in unserer elektronischen Welt haben Spiele weitreichend zum Erfolg und Weiterentwicklung der Computerindustrie beigetragen.

 

Mit welchen Spielen sind wir groß geworden? Ursprünglich stammt das Wort Spiel aus dem  althochdeutschen "spil"  und stand für "Tanzbewegung". Da Tanzen offensichtlich nicht jedermanns Sache ist, musste etwas passieren und es entwickelten sich Würfel-, Karten- und Brettspiele. Je nachdem sind sie mehr vom Glück oder von Taktik geprägt, ersteres lag mir nie besonders, aber es gibt ja unterschiedliche Geschmäcker.

 

 

Und dann kam die Elektronik. Wir wurden mit Arcade-Münzautomaten versorgt, was in japanischen Pachinko-Hallen immer noch groß in Mode ist. Dann kamen die ersten Telespiele. Wir erinnern uns sicher noch an die ROMs, die man einsteckte, um wenige Punkte und Linien auf dem Fernseher auszumachen – teils Schwarz-Weiß, Monochrom oder selten in auch für Kinder abzählbaren Farben. Wer denkt nicht gleich an "Pong" [3], dass 1972 von Atari veröffentlicht wurde, und erst einige Jahre in Spielhallen vertreten war. Es mag zwar nicht das eigentliche Urvideospiel sein, gilt aber als solches. Und wie hätte man Tischtennis jemals realistischer und besser umsetzen können?[1] Übrigens gab es um dieses Spiel einen Patent-Rechtsstreit mit Magnavox, der damit endete, dass Atari $700.000 zahlen musste.

 

Heute Konsolen mögen mehr können, allerdings schauen Unbeteiligte wohl noch skeptischer, wenn Spieler mit virtuellen Gitarren vorm Fernseher eine Ektase bekommen und andere mutig und mal mehr mal weniger talentiert in Mikros kreischen.

 

Dann erhielten die Heimcomputer Einzug in unsere Häuser, und somit mehrten sich auch die Spiele. Viele Wirtschaftssimulation waren graphisch vielleicht bei weitem nicht so ausgeprägt wie heutzutage, allerdings fesselten sie uns.

 

1984 erschien z.B. aus dem Label Ariolasoft "Kaiser" von Claudio Kronmüller und Dirk Beyelstein. Worum es ging ist leicht erklärt. Man musste im Wettstreit mit bis zu 8 Personen Kaiser des "Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nationen" werden. Und das war ein langer "wirtschaftlicher" Weg.

 

Oder denke an "Hanse", wo man vom Startpunkt Lübeck aus Niederlassungen und mit Hansestädten Handel treibt. "Hanse" wurde 1986 in BASIC programmiert, gemischt mit ein wenig Maschinencode bei Performanzengpässen[2]. 1995 gab es sogar eine Remake.

 

Vom selben Entwickler (Ralph Blau) stammte auch "Vermeer" aus dem Jahr 1987, das sich hauptsächlich um Kunsthandel drehte. Ich wurde da allerdings immer mit Devisen-Handel reich.[3]

 

Später wurden solche Spiele dann deutlich effektreicher. Eines der wichtiges (Global-) Strategiespiele war sicher "Sid Meier's Civilization". 1991 erschien der erste Teil der beliebten Serie, von der auch heute noch regelmäßig Nachfolger veröffentlicht werden. Man begleitete dabei sein Volk durch die ganze Menschheitsgeschichte von der Jungsteinzeit bis hin zur Besiedelung anderer Planeten.

 

"Sim City" aus dem Jahre 1997 erlaubte uns Städte zu bauen und fasziniert dabei zuzusehen, wenn sie durch übliche und weltweit gängige Naturkatastrophen wie Einmarsch von Godzilla oder Erdbeben vernichtet wurden.

 

Ich persönlich war immer mehr ein Freund vom Rollenspiel und somit auch seiner elektronischen Vertreter. Spiele wie "Champions of Krynn" (AD&D) werde ich wohl nie vergessen, vor allem wegen eines Erlebnisses: Nach 2,5 Tagen Dauerspielen gemeinsam mit einem Freund (wirklich durchgehend – kein Schlaf, und Essen nur während des Spielens) knallte nachts die Bildröhre durch. Bereits damals wurde eine für pragmatische Informatikerlösung gewählt. Wir schleppten aus dem Wohnzimmer meiner Eltern den großen Fernseher herbei und spielten weiter[4]. Noch in dieser Nacht beendeten wir das Spiel erfolgreich.

 

 

"The Bard's Tale" [13] ist eine alternative Rollenspielreihe von Interplay (heute Electronic Arts). Lustiger Weise sollte es von Interplay an Activision verkauft werden, die sich dann allerdings weigerten, weil eine Diskette mehr benötigte als geplant. Auch bei Bard's Tale führte man eine Gruppe unterschiedlicher Helden durch zahlreiche Kämpfe. Vor wenigen Jahren erschien ein neuer Teil, der mit viel Humor glänzte und mehr als ein Schmunzeln über das gesamte Genre hervorrief. "Might and Magic" [14] von New World Computing war eher nicht mein Fall, aber sicher auch eine bekannte und interessante RP-Reihe.

 


 


 

Meine RPG-Lieblingserie war und bleibt aber immer noch Ultima [12] von Lord British persönlich (alias Richard Gariott von Origin). Angefangen mit Strichgrafiken, bei denen eine Karte oder ein Dungeon nur mit mehr als viel Phantasie erkennbar waren, gehörten spätere Ultima-Fortsetzungen immer mit zu den Spielen, die die Hardware eines Computers absolut ausnutzten, und für deren Spielgenuss man sich häufig einen neuen Rechner kaufen musste. Nach den rudimentären ersten Teilen gab es eine dreidimensionale Sicht von oben, später eine Third-Person-Perspektive. Mittlerweile gibt es Ultima sogar als Online Rollenspiel.

 


 

Diverse Actionspiele und Jump&Runs durften natürlich auch nicht fehlen. Ein Meilenstein war z.B. das erste Auftauchen des Klempners Mario im Spiel "Donkey Kong" [4]. Diesen Klempner wurden wir ja nie wieder los, allerdings war er im Spiel "Donkey Kong" noch Zimmermann[5].  Nachdem er dann seinen Beruf gewechselt hat – wohl weil er einfach mehr nach einem Klempner aussah, wie ein Kollege des Entwicklres meinte – trat er mit seinem Bruder Luigi wieder auf den Monitor. Und noch heute dürfen wir diese Protagonisten immer wieder in Spielen sehen.[6] "The Great Giana Sisters" [5] wurde von der deutschen Firma Time  Warp dagegen ins Rennen geführt. Auf der Verpackung stand der prägnante Satz " The Brothers are History!". Der Satz war Programm, es gab direkt einen Rechtsstreit mit Nintendo, da viele Bestandteile, u.a. der komplette erste Level direkt von den "Super Mario Bros." übernommen war. Der Verkauf des Spiels wurde verboten, und dies machte es noch populärer. Noch heute zahlen Sammler für Originalversionen horrende Preise.

 

Irgendwann kamen dann auch Egoshooter. Darunter 1992 "Wolfenstein 3D" auf Basis des alten 2D-Spieles "Castle Wolfenstein" von 1981. Hier befreit sich der amerikanische Soldat "Willim 'B.J.' Blazkowicz aus den Fängen des Nazi-Regimes. Da Nationalsozialistische Symbole und selbst der Diktator selber als ein Gegner auftrat, wurde der Vertrieb und die Verbreitung verboten. Trotzdem ist das Spiel wohl eines der bekanntesten ersten Egoshooter. So schnell werde ich den schlecht gesprochen und häufig erklingen Ausruf "Mein Leben!" nicht vergessen. Dann folgte "Doom" [6] 1993 und setzte als erstes Spiel einer ganzen Serie aus dem Hause id Software ganz neue Maßstäbe an diese Art von Spielen.

 


 

Neben Rollenspielen mochte ich Adventures. Unterschiedliche Gegenstände einsammeln und herausfinden wozu diese gut sind, wie man sie kombiniert oder benutzt hat mir immer viel Spaß gemacht. Da diese Rätsel nicht jedermanns Sache sind, gab es hier meist nach Veröffentlichung eines Spiel immer schnell Lösungsbeschreibungen in Magazinen. "Manic Mansion" [7] erschien 1987 von Lucasfilm Games. Die nennen sich übrigens heute LucasArts. In "Manic Mansion" musste man in einem gruseligen und skurrilen Haus mit meinem Team von Freunden ein verschwundenes Mädchen retten. Aus sechs Charakter musste man 2 wählen, einer war fest vorgegeben. Je nachdem welche Zusammenstellung das eigene Team hatte, gab es unterschiedlichste Lösungswege. Denn jeder der Charakter hatte besondere Fähigkeiten für eine Lösungsmöglichkeit. Abgesehen vom Surfer-Boy, der gar nicht zur Lösung des Spiels beitragen konnte. Woran das wohl lag? Dieses Spiel von Ron Gilbert war mit seiner Point&Click-Bedienung deutlicher nutzerfreundlicher, als die Adventures von Sierra.

 

Bei den Sierra-Titeln [8] wie der "Space Quest"-Reihe über den Weltraum-Hausmeister Roger Wilco (erstmal 1986), der "Police Quest"-Reihe von Jim Walls über den Polizisten Sonny Bonds (erste Veröffentlichung 1987)  oder den "Leisure Suit Larry"-Spielen als Parodie der 80er Sexfilme gab es nämlich einen Textparser, der erst spät gegen reine Maussteuerung eingetauscht wurde. Manchmal musste man lange probieren, bis man die richtigen englischen Begriffe fand. Auch starb man bei Titeln  von Sierra On-Line (oder später Sierra Entertainment) damals immer bei einer falschen Entscheidung. In Lucasfilm Games/LucasArts spielen gab es eigentliche keine Tode oder Sackgassen. Mir gefielen vor allem deshalb deren Adventures immer mehr.


 

Nach "Manic Mansion" muss man noch "Zak McKracken and the Alien Mindbenders" [9] erwähnen, welches 1988 auch von Lucasfilm Games erschien. Der Reporter Zak deckt eine geplante Invasion von Außerirdischen auf. Bemerkenswert ist, dass es in "Manic Mansion" eine Kettensäge gab, den man in dem Spiel aber nicht nutzen konnte, weil das Benzin fehlte. In "Zak McKracken" gibt es dazu den passenden Benzinkanister, zu dem aber nur lapidar der Kommentar erscheint "der ist für ein anderes Spiel". Wer im ersten Spiel lange Zeit nach dem fehlenden Benzin gesucht hat, wird hier einige Momente verharren.

 

Mit "Loom" [10] erfreute uns Lucasfilm Games 1990, in der man einen jungen Weber namens Bobbin Threadbare spielt, der in einer von Gilden bestimmten magischen Welt lebt und eine Verschwörung aufdeckt. Bemerkenswert war hier die Steuerung von Zaubern über Melodien, die man vorgespielt bekam und dann im Laufe des Spiels bei Bedarf nachspielen musste.

 


 

Im selben Jahr kam auch das meiner Meinung nach beste Adventure aller Zeiten. " The Secret of Monkey Island" [11], in dem der junge Möchtegern Guybrush Threepwood sich auf den Weg macht um Pirat zu werden. Stimmungsvolle Musik, eine wunderbare Geschichte, schön gezeichnete Kulissen und Charakter ergaben eine perfekte Komposition. Übrigens stimmte meine Behauptung nicht ganz, dass man in Spielen von LucasFilm Games nicht sterben konnte. Hier ist die Ausnahme: Guybrush kann nur 10 Minuten tauchen. Und das stimmt auf die Sekunde genau. In einer Szene, in der er ins Wasser geworfen wird (man sich aber sehr leicht befreien kann), kann man dies austesten. Grandios auch der Schlusssatz von Guybrush, nachdem er mit Hilfe des Spielers den bösen Geisterpiraten LeChuck erledigt: " Zahle nie mehr als 50 Mark für ein Computerspiel."

 

Ich bin unschlüssig, ob die zahlreichen tollen graphischen Effekte und der heutige Aufwand mit dem Computerspiele entwickelt werden, tatsächlich den Spielspaß erhöht. Auf jeden Fall freue ich mich auch manchmal über eine einfache Spielrunde mit Freunden ohne Elektronik. Und schwelge gern in Erinnerungen an die "alten" Spiele – echte Klassiker.

 

 

[1] Huinzinga: 1938/1991, S. 37,

[2] http://de.wikipedia.org/wiki/Chris_Hülsbeck

[3] http://de.wikipedia.org/wiki/Pong

[4] http://de.wikipedia.org/wiki/Donkey_Kong

[5] http://de.wikipedia.org/wiki/The_Great_Giana_Sisters

[6] http://de.wikipedia.org/wiki/Doom

[7] http://de.wikipedia.org/wiki/Maniac_Mansion

[8] http://de.wikipedia.org/wiki/Sierra_Entertainment#Adventures

[9] http://de.wikipedia.org/wiki/Zak_McKracken_and_the_Alien_Mindbenders

[10] http://de.wikipedia.org/wiki/Loom_(Computerspiel)

[11] http://de.wikipedia.org/wiki/The_Secret_of_Monkey_Island

[12] http://de.wikipedia.org/wiki/Ultima_(Computerspiel)

[13] http://de.wikipedia.org/wiki/The_Bard's_Tale

[14] http://de.wikipedia.org/wiki/Might_and_Magic


[1] Außer vielleicht mit dem einzigartigen Computer "Hex" aus Terry Pratchetts Scheibenwelt. *

* Dieser magiebetriebene "Anthill Inside"-Computer, der hauptsächlich aus Glasröhren mit herumlaufenden Ameisen und Bienenwabenspeichern besteht ist in seiner fiktionalen Welt unseren weit überlegen. **

** Aber unerwartete Fehler treten auch bei ihm auf, z.B. "+?????++ Out of Cheese Error. Redo From Start" oder " +++ Divide By Cucumber Error. Please Reinstall Universe And Reboot +++"

[2] Wo auch immer die aufgetreten sein mögen.

[3] Wenngleich mir das Wort Devisen damals noch nicht viel sagte.

[4] Echte gegen Drachen kämpfende Helden kann nichts aufhalten, wenn sie die Welt retten!

[5] Ein wichtiger Fakt, denn Sie nie vergessen sollten^^

[6] Es gibt halt Sünden, die einen ein Leben lang verfolgen.